Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl;
aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret.

Die Mittelmeerkarte zeigt hier zunächst die typischen Winde, die durch das Einbrechen kontinentaler Luftmassen über die Randgebirge in den Mittelmeerraum entstehen.

Bei einem über der iberischen Halbinsel liegenden Tief weht in der Straße von Gibraltar der Poniente von Westen. Aus dem Rhonetal weht von Norden der Mistral ins Mittelmeer und dreht in der Straße von Sardinien auf NW bis W.

An der dalmatinischen Küste weht die Bora aus NO als Fallwind von den Bergen herunter und kann reichlich Regen bringen.

In der Ägäis weht im Sommerhalbjahr der Meltemi, ein beständiger Sommermonsunwind, der durch das stabile Wärmetief über der Arabischen Halbinsel verursacht wird; man sollte ihn bei der Törnplanung beachten, wenn man nicht nur gegenan kreuzen will.

In der südlichen Ägäis wird dieser nördliche Wind Etesien genannt.

Im Seegebiet von Zypern weht von Osten der aus der arabischen Wüste kommende staubbeladene und trockene Samum und vor Alexandria macht sich im Frühjahr und Frühsommer der Khamsin aus Ägypten bemerkbar.

Im Sommerhalbjahr werden Wetter und Wind im Mittelmeer auch durch die verschiedenen Zyklone beeinflußt:

So sollte man wissen, daß an der Costa del Sol und in der Straße von Gibraltar die sog. Contrastes wehen, das sind gegenläfig gerichtete oft starke Winde, die eine unangenehme Kreuzsee erzeugen können.Sie entstehen, wenn sich ein Tief von der algerischen Küste Richtung Balearen bewegt.

Im westlichen Mittelmeer muß man sich auf die sog. Genuazyklone einrichten; das sind Tiefs, die im Golf von Genua entstehen und sich unter Vertiefung Richtung Unteritalien verlagern und schließ im ionischen Meer festliegen.

Im Seegebiet von Korsika und Sardinien muß man dann mit nördlichen Winden mit Beaufort 7 bis 8 rechnen.

Und in der Ägäis können die einsetzenden Südwinde den Meltemi aus NNO umdrehen. 3.

Ein weiterer typischer Mittelmeerwind ist der Scirocco.Diese Zyklone entsteht durch einen Heißluftvorstoß aus der Sahara an der lybischen Küste. Das Tief verlagert sich aus dem Seegebiet Sardinien-Neapel in die nördliche Adria und bringt mit seiner Warmfront Sichtbehinderungen und Regen.

Im ionischem Meer kann ebenfalls - meist im Winter - eine Zyklone entstehen, die in der Ägäis starke S- bis SO-Winde bringt. Sollten Sie etwas von der Zypernzyklone hören, so ist mit dieser Zyklone nur im Winterhalbjahr zu rechnen.

Alle diese Zyklonwetterlagen dauern gewöhnlich nur 3-4 Tage.