Erste Maßnahmen bei Havarien

Großschotbruch

Mit der Fock möglichst hart am Wind weitersegeln oder beiligen. Wenn keine Ersatzschot an Bord ist, die gebrochene Schot unter Auslassung von Blöcken neu durchziehen. Ein Verbinden mit Kreuzknoten ist möglich, wenn der Teil nicht durch Blöcke läuft. Ein Längenspleiß dürfte nicht gehen, da eine Schot meist aus geflochtenem Tauwerk besteht.

Vorschotbruch

Reparatur mit Kreuzknoten, sofern der teil dann nicht durch die Schotöse laufen muß. Notfalls Fock bergen.

Mastbruch

Den Mastteil vom Boot abhalten. Segel abschlagen. Stehendes und laufendes Gut wegtrennen. Den außenbords liegenden Teil des Mastes an Deck nehmen und festzurrren, damit er keinen Schaden anrichtet. Vielleicht kann man den Großbaum als Notmast hernehmen.

Großbaumbruch

Unterliek abschlagen und versuchen, ohne Baum weiterzukommen.

Wantbruch

Betroffen ist immer die belastete Luvwant. Sofort Schoten fieren, dann wenden. Auf dem anderen Bug kann man weitersegeln. Vielleicht kann man einen Tampen an die gebrochene Want anstecken und am Pütting befestigen.

Vorstagbruch

Das Vorliek der Fock ersetzt das Vorstag. Solange eine Fock gesetzt ist, haben wir kein Problem. War aber keine Fock gesetzt, sofort vor den Wind gehen und Fockfall am Vorschiff als Ersatz anschäkeln. Bei Cat-Booten versuchen wir, mit einem Tampen notdürftig Ersatz zu schaffen.

Achterstagbruch

Dieser kommt in der Regel bei Vorm-Wind-Kurs und meist beim Spinnakern vor. Sofort Spinnaker bergen, Großschot dicht, in den Wind schießen. Mit einem Tampen Reperatur versuchen.

Segelriß

Sofort aufschießen und das betroffenen Segel bergen. Leukoplast hilft im Notfall. Bei einem Riß in der Nähe des Unterlieks kann man reffen.

Bruch von Fallen

Das entsprechende Segel bergen und mit dem "anderen Tuch" weitersegeln. Reparaturversuch.

Ruderhavarie

Versuchen, ein Notruder anzubringen (Notpinne, Paddel, Bodenbrett etc.). Notfalls mit den Segeln steuern: anluven = Großsegel dichter und Fock loser; abfallen = Fock dichter, Großsegel loser.

Leck

Ein kleineres Leck verstopft man mit einem Taschentuch, Segelsack oder ähnlichem. Ist das Leck nicht zu tief beim Untewasserschiff, so versucht man es durch Krängen des Bootes über Wasser zu halten. Notfalls ein Lecksegel anbringen, d.h. die oder eine Fock wird vom Bug her unter das Boot gezogen und an Steuerbord und Backbord befestigt, so daß sie gegen das Leck gepreßt wird. Ansonsten lenzen und versuchen das nächste Ufer zu erreichen. Hilft alles nichts, so sollte man möglichst noch flaches Wasser erreichen. Bei einer sinkenden Yacht sollte man wegen der Sogwirkung versuchen von der Yacht wegzuschwimmen.

Auf Grund gelaufen

a) Leckprüfung. b) Mannschaft hängt sich an die Wanten, um die Yacht zu krängen. Nimmt man dann die Segel dicht, so bringt es manchmal den ersten Erfolg. Ansonsten versucht man durch Fock-Backhalten oder durch Staaken mit Paddel bzw. Bootshaken, den Bug zum freien Wasser zu drehen.