Die Drinks der Sieben Meere

Der Hobbysegler hat heute den professionellen Windjammersegler abgelöst, und mit ihm haben sich auch die Trinksitten beträchtlich verfeinert.

Er liebt es nuancenreicher - Ihm gilt dieser Rezeptteil.

Gemixtes von den Sieben Weltmeeren und ihren Küsten.

Es wurde versucht, die Maß- und Meßangaben so einfach wie möglich zu halten.
So schien mir die alte Maßeinheit "Finger" weit anschaulicher und sinnvoller, als uns in Gramm und Centiliter zu versteigen. Was diese menschliche Einheit vielleicht an Präzision vermissen läßt, macht sie durch ihre Brauchbarkeit leicht wieder wett.
Wer möchte wohl bezweifeln, daß es ein schier unmögliches Unterfangen ist, bei Windstärke 9 genau 6 1/2Centiliter abzumessen, wenn das Boot rollt und stampft oder sich gar auf die Seite legt.

Das Wetter muß aber erst noch erfunden werden, das einen echten Seemann hindert, sich 2 bis 3 Finger Rum in ein Wasserglas zu kippen.

Ein Finger bedeutet für unsere Rezepte jene Menge Flüssigkeit in einem normalen Wasserglas, die in Höhe die Dicke eines jeden Fingers der rechten oder der linken Hand - den Daumen ausgenommen - ausmacht.

Da zum Leidwesen vieler Segler die Kombüse in Komfort und Ausstattung meist benachteiligt ist, und bei fast allen Booten vom Konstrukteur sehr oft mehr Geld und technisches Know How in Mast oder Motoren verschwendet wird, als den Notwendigkeiten von Skipper und Crew zu folgen und einen seefesten Kühlschrank oder einen kardanisch aufgehängten Gläserschrank zu installieren, sehen wir uns gezwungen, auch die Trinkgefäßarten auf ein Minimum zu beschränken: Mit Longdrink-, Cocktail-, Whisky-Mug oder Bowlenglas muß sich unsere schwimmende Bar bescheiden.

Für den Segelfreund, dessen alkoholische Seemannschaft noch zu wünschen übrig läßt, wurde eine Beaufort-Skala der Getränke entwickelt, im Folgenden Drinkforce genannt - abgekürzt Df.

In Sturm und Flaute erfahren, kann sich unser Freund bei jedem Drink leicht und schnell ein Bild machen, was auf ihn zukommt und welche Vorsichts- oder Rettungsmaßnahmen er ins Auge zu fassen hat.

Zum Schluß möchten wir noch einmal klarstellen, daß du mit diesen Rezepten, den Zutaten und der Ausrüstung ganz sicher keinen internationalen Cocktailwettbewerb gewinnen wirst.

Doch wird sich Dein Boot im heimischen Hafen schnell einen guten Namen machen, und es steht außer Frage, daß Du Zöllner, Hafenmeister, Arzt und die Herren von der Einwanderungsbehörde in einem fremden Hafen zum Freund haben wirst!

Die verschiedenen Sorten von Drinks