Rodelregatta bei Franky

Oberschlierbach, 31. Jänner 2004

Als ein SMS am Anfang des Jahres mein Handy erreichte, war ich nicht sicher ob es überhaupt für mich bestimmt war. RODELREGATTA stand da! was hab ich mit rodeln zu tun; und was soll das für eine Regatta sein? Ja Segelregatten kenn ich, aber Rodelregatta? Weiterlesen war angesagt: Unterschrift "Franky". Ah, Franky, alias Knarf III, hat wieder einmal seine Pensionistenfreizeit dazu genützt sich Gedanken zu machen, was er anstellen könnte, um seinen ach so tristen Alltag wieder mal zu beleben. Er, Franky, sitzt da in Oberschlierbach auf 1000 Meter Höhe über Grund, kommt sowieso nur 2x im Jahr unter die Leute (1x mit dem Hochwasser und einmal mit der Frühjahrslawine) und dachte!!!!! Aber gar nicht schlecht.

Am Samstag den 31.1.2004 war es soweit, wir packten Schneeketten, eine Schaufel zum Ausschaufeln der Straße, Sicherheitseinrichtungen wie Lawinenpiepser, GPS, Handyladestation fürs Auto und ein Überlebensmesser ins Auto und schon ging es los.

Überrascht von den Straßenqualitäten und dem herrlichem Wetter, das wir natürlich geordert hatten, ging es rasant den Berg hinauf. 500 Höhenmeter - keine besonderen Vorkommnisse, 750 Höhenmeter - Windstille und Sonnenschein, aha schon wieder eine Regatta ohne Wind - sch..., 1000 Höhenmeter! Frankys Anwesen kommt in Sicht gepeilt auf 274 Grad, ja das müsste es sein. Wir verankerten unser Fahrzeug unterhalb einer Böschung so, dass falls eine Lawine abgeht das Auto nicht sehr weit mitgerissen werden konnte.

Eine aufrecht gehende Gestalt kam auf uns zu und fuchtelte mit den Händen über dem Kopf. Was war das? FRANKY natürlich, er freute sich übermenschlich, wieder mal Gäste bei sich begrüßen zu dürfen.

Glühwein mit zerkleinerten Orangen stand schon bereit, und so runde flache Dinger, mit 2 Haltegriffen lagen auch in der Botanik herum. Ich sah mir so ein Ding mal genauer an: Ab 3 Jahre stand da drauf, "VORSICHT nicht lenkbar" und noch allerlei Zeugs wie "nicht sicher", "freie Fläche" und immer wieder Warnhinweise. Was war das? UFO hab ich auch noch gelesen. War ich wirklich bei Franky? UFO´s?

Hilfreich wie Franky war, erklärte er mir, dass das die Dinger sein würden, mit denen wir uns den Berg hinunterstürzen sollten - Oh Oh! mir kommen fürchterliche Gedanken.

Nach und nach liefen die alt bekannten Gesichter ein, ausgerüstet wie Nordpolfahrer. Unser Obmann mit Gattin und BMW kamen auch oben an. Also war die Straße doch nicht so schlecht geräumt. Bei der Navigation hatte es aber eine Kleinigkeit, wurde von bösen Zungen behauptet.

Um 13:30 Uhr hatten schon ca. 25 Mitglieder des SCKT und Freunde die Hürde "Berg" überwunden und weideten sich am herrlichen Anblick des Panoramas und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

Als Franky die Steuermannsbesprechung abhielt und den offiziellen Start um 14:00 Uhr ankündigte, wurde es hektisch. Zum Beispiel versuchte Fritz in seine Schihose - mit Bügelfalte - zu kommen, Günther suchte verzweifelt nach der Sonnenbrille, Franz machte aus einen normalen Schäferhund einen Schlittenhund und gar sonderliche Dinge liefen da ab.

Angeführt von der Regattaleitung machten wir uns auf den Weg zum Start, eine riesige Welle stapften wir hinauf, ein Einheimischer nannte diese Welle "Berg". Fazit: "Doch keine Regatta". Ich dachte schon über Startverschiebung - mangels Wind - nach. Aber Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt.

Todesmutig auf einem UFO sitzend und in einer ausgefahrenen Spur stürzten sich die Teilnehmer den Berg hinunter. Überschläge, Saltos und Bauchlandungen im weißem Schnee waren zu sehen. Der Spaß war abenteuerlich. Für so manchen Patentabsitzer gab es bewundernde Ah- und Ohrufe. Die Spur wurde immer länger und auch kleine Sprungschanzen bildeten sich aus. Das Richtige für Rücken und Gelenke. Die sollten auch bemerken, dass da einem Sport gefröhnt wurde, der seinesgleichen sucht!

Nach meheren Wettfahrten, die unser Obmann von einem sicheren Ausblickpunkt beobachtete - und nicht und nicht zu bewegen war, ein UFO unter seinem A..., äh Hintern, zu nehmen und sich auch mal runterzustürzen, wurde über den Sieger diskutiert - natürlich mit Storf. Zu dem Schluß gekommen, dass alle gewonnen haben, ging es zum gemütlichen, trockenen und warmen Teil.

Wohlschmeckende Knödel mit Sauerkraut, dazu Rot- und Weißwein, Bier und anschließend Kuchen und Kaffee wurden im Atelier des Künstlers aufgetischt. Karaoke wurde gesungen und die Stimmung ging dem Höhepunkt entgegen.

Fazit: Eine gelungene "Regatta", die am Besten ohne Wind gefahren wird.

Franky - wir kommen wieder und bedanken uns für Deine Mühe - der Geistesblitz deinerseits war ein voller Erfolg!

Hubert